Die Ausgangssituation:
Filterung innerhalb einer bestehenden Absauganlage
In der Produktionsumgebung einer Großbäckerei war bereits eine Absauganlage vorhanden. Für den zuverlässigen Betrieb wurde eine Filtereinheit benötigt, die das aufgenommene Staub- und Produktmaterial aus dem Luftstrom abscheidet und kontinuierlich aus dem System austrägt.
Dabei sollte sich das abgeschiedene Material nicht dauerhaft im Filtergehäuse ansammeln. Gleichzeitig mussten die Filterelemente regelmäßig von anhaftenden Partikeln befreit werden, damit die Filterleistung während des Betriebs erhalten bleibt.
Die Aufgabenstellung umfasste damit zwei zusammenhängende Bereiche: die automatische Abreinigung der Filterelemente und den kontinuierlichen Austrag des abgeschiedenen Materials.
Die Herausforderung:
Filterleistung und Materialaustrag aufrechterhalten
Während des Betriebs lagern sich die abgeschiedenen Partikel an den Filterelementen ab. Mit zunehmender Staubschicht steigt der Strömungswiderstand des Filters. Ohne eine wirksame Abreinigung kann dadurch die Leistung der Absauganlage nachlassen.
Auch das aus den Filterelementen entfernte Material muss anschließend zuverlässig aus dem Filtergehäuse gelangen. Würde es sich im unteren Bereich des Gehäuses ansammeln, wären regelmäßige Unterbrechungen für eine manuelle Entleerung erforderlich.
Die Filtereinheit musste deshalb folgende Anforderungen erfüllen:
- Abscheidung des aufgenommenen Staub- und Produktmaterials,
- automatische Abreinigung der Filterelemente,
- Aufnahme des abgelösten Materials im konischen Austrag,
- kontinuierlicher Austrag aus dem Filtergehäuse,
- möglichst geringer Eingriff in den laufenden Anlagenbetrieb,
- Integration in die bestehende Absauganlage.
Entscheidend war das Zusammenspiel zwischen Filtergehäuse, Filterabreinigung und Zellenradschleuse
Die Lösung:
Filtergehäuse mit konischem Austrag
FITZER realisierte für die bestehende Absauganlage geeignete Filtergehäuse mit konisch ausgeführten Austragsbereichen.
Das aus dem Luftstrom abgeschiedene Material lagert sich zunächst an den Filterelementen ab. Durch die automatische Abreinigung wird es von den Filterflächen gelöst und fällt in den darunterliegenden konischen Bereich.
Die konische Bauform unterstützt die Weiterleitung des Materials zur Zellenradschleuse. Dort wird das abgeschiedene Staub- und Produktmaterial kontinuierlich aus dem Filtergehäuse ausgetragen.
Die realisierte Lösung verbindet:
- Filtergehäuse für die bestehende Absauganlage,
- konisch ausgeführte Materialausträge,
- motorisch angetriebene Zellenradschleusen,
- automatische Jet-Impuls-Abreinigung,
- kontinuierlichen Materialaustrag,
- eine auf den Dauerbetrieb ausgerichtete Anlagenkonstruktion.des Schneidens aus dem Prozess genommen.

Die Funktion der Zellenradschleuse
Die Zellenradschleuse befindet sich unterhalb des konischen Austrags. Im Inneren dreht sich ein in einzelne Kammern unterteiltes Zellenrad.
Das abgeschiedene Material gelangt aus dem Filtergehäuse in diese Kammern und wird durch die Drehbewegung kontrolliert weitertransportiert. Auf diese Weise kann das Material kontinuierlich aus dem Filterbereich ausgetragen werden.
Gleichzeitig begrenzt die Zellenradschleuse den unerwünschten Luftaustausch zwischen Filtergehäuse und nachgelagertem Materialaustrag. Dadurch kann der für die Absaugung erforderliche Druckzustand innerhalb des Systems weitgehend erhalten bleiben.
Die Zellenradschleuse übernimmt damit zwei Aufgaben:
- den kontinuierlichen Austrag des abgeschiedenen Materials,
- die schleusenartige Trennung zwischen Filter und nachgelagertem Austragsbereich.
Das genaue Ziel des ausgetragenen Materials geht aus den Projektunterlagen nicht hervor und wird deshalb nicht näher bezeichnet.
Automatische Jet-Impuls-Abreinigung der Filterelemente
Die Filterelemente werden durch ein Jet-Impuls-System automatisch abgereinigt. Dabei lösen kurze Druckluftimpulse die an den Filterflächen anhaftenden Partikel.
Das abgelöste Material fällt anschließend in den konischen Austragsbereich und wird über die Zellenradschleuse aus dem Filtergehäuse transportiert.
Die automatische Filterabreinigung reduziert die Notwendigkeit manueller Reinigungseingriffe. Gleichzeitig unterstützt sie eine gleichbleibende Filterleistung und einen möglichst kontinuierlichen Betrieb der bestehenden Absauganlage.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Verbindung beider Funktionen: Die Filterelemente werden automatisch gereinigt und das dabei gelöste Material wird anschließend unmittelbar ausgetragen.
Das Ergebnis:
Kontrollierter Materialaustrag und Schutz des Antriebs
Die Filtergehäuse scheiden den bei der Herstellung von Backwaren anfallenden Mehlstaub aus dem Luftstrom ab. Je nach Ausführung kommen dabei drei oder vier Filterelemente der Filterqualität M zum Einsatz.
Durch die automatische Jet-Impuls-Abreinigung werden anhaftende Partikel von den Filterflächen gelöst. Der abgeschiedene Mehlstaub fällt in den konischen Austragsbereich und wird anschließend über die Zellenradschleuse in einen Entsorgungsbehälter übergeben. Das gesammelte Material wird danach entsorgt.
Gleichzeitig schützt die Abscheidung den nachgeschalteten Verdichter beziehungsweise Ventilator vor Staubeintrag. Dadurch wird die Belastung des Antriebs reduziert und einem erhöhten Verschleiß entgegengewirkt.
Die wesentlichen Ergebnisse:
- Abscheidung von Mehlstaub aus dem Luftstrom,
- drei oder vier Filterelemente der Filterqualität M,
- automatische Abreinigung der Filterflächen,
- kontrollierter Austrag über die Zellenradschleuse,
- Sammlung in einem Entsorgungsbehälter,
- Schutz von Verdichter beziehungsweise Ventilator,
- Reduzierung des antriebsseitigen Verschleißes.
Was dieses Projekt zeigt
Das Projekt zeigt, dass bei einer industriellen Absauganlage nicht nur die Erfassung und der Transport des Materials betrachtet werden dürfen. Auch Filterabreinigung und Materialaustrag haben entscheidenden Einfluss auf den späteren Anlagenbetrieb.
Eine automatische Jet-Impuls-Abreinigung unterstützt eine gleichbleibende Filterleistung. Die Zellenradschleuse sorgt gleichzeitig dafür, dass das abgeschiedene Material kontinuierlich aus dem Filtergehäuse entfernt werden kann.
Das Prinzip eignet sich grundsätzlich für industrielle Absaug- und Entstaubungsanlagen, bei denen kontinuierlich Staub oder rieselfähiges Produktmaterial anfällt. Die konkrete Ausführung muss dabei immer auf Material, Fördermenge, Druckverhältnisse und Sicherheitsanforderungen abgestimmt werden.
Filterung und Materialaustrag als Gesamtsystem planen
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